Wie wird individualisiertes Lernen umgesetzt?

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Wie wird individualisiertes Lernen umgesetzt?


Ein Basismodell - Die minimale, nicht reduzierbare Komplexität des individualisierten Lernens


Wie schon im Vorfeld beschrieben, existiert kein einheitliches Umsetzungskonzept für individualisiertes Lernen. Es gibt also nicht "DAS" individualisierte Lernen. Es gibt unterschiedlichste Methoden, didaktische und organisatorische Vorgehensweisen, mit denen ein individualisierter Unterricht umgesetzt werden kann. Bei einer solchen Vielzahl an Zugangsmöglichkeiten kann dieser Unterricht gänzlich unterschiedliche Erscheinungsformen aufweisen. Allerdings kann auch die Qualität von Konzept zu Konzept sehr unterschiedlich sein.

Offener Unterricht mit Methode ist ein Konzept zur Umsetzung individualisierten Lernens. Allerdings beinhaltet es neben ganz konkreten Umsetzungsvorschlägen auch ein allgemeines und konzeptunabhängiges Basismodell zur grundlegenden Planung individualisierten Lernens. Dieses Basismodell schreibt keine konkreten Methoden und Vorgehensweisen vor, sondern bietet einen leeren und unabhängigen Strukturierungs- und Planungsrahmen für individualisiertes Lernen. Mit Hilfe dieses Basismodells ist jede Lehrkraft in der Lage, ihren eigenen, ganz persönlichen individualisierten Unterricht zu konzipieren. Es ist von enormer Wichtigkeit, dass ein Unterricht nicht nur zu den Schülern, sondern auch zu der ihn begleitenden Lehrkraft passt. Und dies kann nur gelingen, wenn Lehrkräfte selbsttätig, mit Kreativität und dem ganz persönlichen Stil ein eigenes Unterrichtssetting planen können, mit dem sie sich selbst identifizieren und es intensiv verinnerlichen können. Solch ein Verhältnis zur Unterrichtsgestaltung ist vor allem bei so umfangreichen Unterrichtssettings, wie sie für ein individualisiertes Lernen nötig sind von enorm großem Wert. Daher ist die Methodenfreiheit des Lehrers auch bei der Planung eines individualisierten Unterrichts zu wahren. Das, was man mit eigener Hand erschaffen hat lässt sich klar durchblicken, begreifen und handhaben. Der ein oder andere wird im Laufe seiner Schul- und Ausbildungszeit die Erfahrung gemacht haben, dass sich mit einem fremden Spickzettel Klausuren nur schwer bestehen lassen, während das Schreiben eines eigenen Spickzettels meist bereits der Schlüssel dafür ist, Herr der Lage zu werden. Natürlich muss dieser Spickzettel dafür von guter Qualität sein. Nun kann bildlich gesprochen werden, dass das folgende Basismodell dabei behilflich ist, einen hochqualitativen Spickzettel für den eigenen individualisierten Unterricht zu entwerfen.

Doch wie lässt sich ein unabhängiges Planungsmodell zum individualisierten Lernen erschaffen, wenn keine konkret festgelegten Inhalte für dessen Umsetzung existieren? Die Antwort auf diese Frage lässt sich in einer weiteren Frage finden: "Über welche minimalen Kriterien, welche Grundvoraussetzungen und welche Mindestanforderungen muss ein individualisierter Unterricht verfügen, damit er gelingen kann und den hohen Ansprüchen an ein individualisiertes Lernen gerecht wird?" Es stellt sich die Frage nach der minimalen, nicht reduzierbaren Komplexität des Individualisierten Lernens. Nicht reduzierbare Komplexität lässt sich am einfachsten anhand eines mechanischen Zahnradmodells verdeutlichen. Wird auch nur ein Zahnrad aus dem wechselseitigen Miteinander entfernt, kann die ganze Maschine, die es antreibt, nicht mehr oder nur noch unzureichend funktionieren. Das bedeutet, die Elemente aus dem unten stehenden Zahnradmodell sind notwendigerweise in die Maschinerie eines individualisierten Lernkonzeptes zu integrieren, damit dieses funktionieren kann. Fehlt auch nur ein einziges, so wird die Funktionalität gestoppt oder stark beeinträchtigt. Alles Weitere liegt in der kreativen Hand des Konzeptdesigners, dem über diese Minimalanforderungen hinaus keine Grenzen gesetzt sind. Im folgenden wird das Modell zur minimalen, nicht reduzierbaren Komplexität des individualisierten Lernens vorgestellt und begründet. Lassen Sie zunächst diese Grafik auf sich wirken:


Die nicht reduzierbare Komplexität des individualisierten Lernens


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